Leichtathletik in Dresden
© Stadtverband Leichtathletik Dresden

8. Bahnlauf „Zurück zu den Wurzeln“

„Werden wir das hinbekommen“, so fragten sich Organisatoren und Laufwillige, als der Termin des diesjährigen Bahnlaufs im Juli kühn auf den 02. September gelegt wurde. Verbunden damit die Hoffnung, dass die strengen Coronaregeln bis dahin auch wieder kleine und feine Veranstaltungen wie diese erlauben würden. Und die Optimisten behielten Recht: Eine sehr gelungene Veranstaltung erfreute das Läuferherz mit spannenden Wettkämpfen und sehr guten Leistungen und einem durchdachten auf diese Verhältnisse zugeschnittenen Hygienekonzept, von der Erfassung sämtlicher Beteiligter bis zur Plexiglasabtrennung in der Anmeldung. Auch Petrus hatte ein Einsehen und unterstützte das Projekt mit läuferfreundlichen Temperaturen. Die ersten Regentropfen fielen erst zum Ende des letzten Wettkampfes vom Himmel. Der ausrichtende Stadtverband Leichtathletik kehrte zu den Wurzeln zurück und legte sowohl Start als auch Anmeldung wieder an die Steintribüne. Dies war für kurze Wege und die gelungene Organisation von Vorteil, zumal dadurch auch das Betreten der Wettkampfstätte durch Unbefugte verhindert werden konnte. Alle Teilnehmenden verhielten sich sehr diszipliniert (sieht man mal vom vereinzelten Tragen der Startnummern an der Hose ab ;=)) und unterstützten die Arbeit der Organisatoren. Das KaRi-Team um Dr. Jens Gaitzsch und die Zeitmessung durch Dr. Andreas Hanßke arbeiteten wie stets professionell und in der Anmeldung wurden auch die wenigen Nachmelder, die die im Internet angekündigte Veranstaltung doch nicht vorher gefunden hatten, durch Gudrun und Helga gut unterstützt. So waren es dann doch mehr als 50 Läuferinnen und Läufer, die sich der Herausforderung stellten, 12,5 bzw. gar 25 Stadionrunden „unter Beobachtung“ zurückzulegen, wo jeder Versuch, zwischendurch mal etwas zu entspannen, deshalb zum Scheitern verurteilt war. Das drückte sich dann auch in einer hohen Qualität der Wettkämpfe aus wenngleich die eine oder der andere durch Trainingsausfall oder Verletzungspausen nicht die Höchstform an den Start bringen konnte. Im ersten Lauf, den 5000 Metern, der den Frauen und Mädchen und den reiferen Herren über 65 vorbehalten war, siegte bei den Damen in einem packenden Finish die amtierende Deutsche Meisterin im Marathon und Halbmarathon (AK m55) Beate Bonnaire vom VfL Dresden-Bühlau in einer Zeit von 21:07,3 min. vor der bis zur letzten Runde mit gut 10 m Vorsprung Führenden Marina Helas vom Citylauf-Verein. (21:08,7 min.) Auf dem dritten Platz Ute Baldauf, ebenfalls in ihrer AK w60 zur deutschen Spitze zählend, vom VfL Dresden-Bühlau. Die reiferen Herren retteten sich mit Stefan Zschoche vom Citylauf-Verein in einer Zeit von 21:04,7 min. nur knapp vor der Damensiegerin ins Ziel. Zweiter der Herren wurde Klaus Kuhnert vom TSV, in diesem Jahr in die AK m65 vorgedrungen, mit einer Zeit von 22:35,3 min und Frank Fiedler vom Dresdner Marathonverein konnte den dritten Platz sichern. Ältester Starter war auf Platz 5 Jürgen Straßberger vom VfL Dresden- Bühlau, der die Erfahrung von 77 Lebensjahren in die Waagschale werfen konnte. Spannend wurde es dann auch in den in zwei Läufen ausgetragenen Wettkämpfen über die 10 000 m. Den ersten Lauf, der eigentlich den Läufern mit anvisierter Zielzeit >45 Minuten vorbehalten war, entschied Ricky Kokel vom DSC 1898 für sich, der mit seiner Zeit von 39:47,9 min. durchaus auch im Elitelauf hätte starten können. Im sehr attraktiven und hochklassigen Elitelauf über 10 000 m lieferten sich von Anfang an Marc Schulze (m35) und Robel Tewelde (M), beide vom Citylauf-Verein, ein starkes Kopf an Kopf-Rennen. Erst in der zweiten Hälfte verschärfte Marc das Tempo und Robel musste abreißen lassen. Eine beeindruckende Leistung zeigte der Dritte des Feldes, Thomas Porebski, der nach seiner Überrundung durch die beiden Führenden sich an Robel dranhängen konnte und ihn mehrere Runden begleitete. Mit einer Zeit von 32:15,3 min. konnte Marc dann eine „Duftmarke“ setzen. Möglicherweise bedeutet sie neuen Streckenrekord auf den 10 000 m bei diesem Lauf. Bisher wurden keine Rekorde registriert, aber zum 10. Jubiläum im Jahre 2022 werden die Veranstalter aus den Statistiken der Läufe einmal solch eine „Bestenliste“ erstellen. Die Zeit des Zweiten lag bei 32:37,2 min. und Thomas kam immerhin noch in einer Zeit von 34:11,6 min. auf dem dritten Platz ein.  Dresdner Studentenmeister wurde wieder einmal Johnny Seitz von der TUD/Laufgruppe Dresden in 34:46,8 min. knapp vor Kolja Wienigk vom RSV Finsterwalde in 35:20,9 min. und  Christian Schmutzler vom SSV Eintracht Naumburg, der mit einer Zeit von 39:16,4 min. ebenfalls eine gute Rolle im Feld der „Profis“ spielte. Die Siegerehrung der 10 000 m-Läufer wurde dann schon in der hereinbrechenden Dunkelheit durchgeführt, so dass die Kamera des „Sportreporters“ dieser Situation nicht mehr gewachsen war :=(. Ein unter sehr spezifischen Bedingungen gut organisierter und spannender Wettkampf der Rangliste 2020 fand damit seinen Abschluss und viele Aktive bedankten sich anschließend beim Org-Team für dieses Erlebnis. Bernd Rohloff (Fotos: H. Poland)
13.11.2016 23.05.2017 18.11.2017 16.06.2018 02.09.2020 02.09.2020 02.09.2020